Statement

Statement von Hausbewohner*innen der Habersaathstraße und Aktiven der Initiative Leerstand-hab-ich-Saath zu dem Rauswurf einer Bewohnerin aus der Habersaathstraße.Wir sind eine Gruppe von sehr unterschiedlichen Menschen, Flinta*, Queers, neurodiversen Menschen, Missbrauchsüberlebenden und suizidal gefährdeten Personen.

Heute haben wir einer Hausbewohner*in mitgeteilt, dass sie aus dem Wohnprojekt der Habersaathstraße ausziehen muss. Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Es gingen ein langer Prozess und viele Diskussionen voraus.

Wir schreiben dieses Statement um Dinge klarzustellen, transparent zu sein und um die Gründe für den Rauswurf in Schriftform darzulegen.
Bei der besagten Person handelt es sich um eine weiße Flinta*-Person, die im Februar in den Hausaufgang 48 der Habersaathstraße eingezogen ist und die wir im Folgenden Person A bezeichnen. Sie hat zum Zeitpunkt ihres Einzuges in die Habersaathstraße in einer WG gewohnt.

Wir möchten an dieser Stelle nur einige Vorfälle aufzählen, die dazu geführt haben, dass sie aus der Habersaathstraße auszuziehen muss.Wir sehen Person A als Anführerin einer Gruppe, die durch verschiedene Akte von Sabotage, Einschüchterung und der Ausübung psychischer Gewalt eine Stimmung der Angst im Haus verbreiten. 

  • Die Gruppe hat versucht Türen anderer Bewohner*innen aufzubrechen bzw. Türschlösser mit Sekundenkleber manipuliert, so dass Menschen nicht mehr in ihre Wohnung kamen. 
  • Die Tür einer Bewohner*in wurde mit „du Opfer“ beschmiert. 
  • Die Wände des Hausaufgangs wurden mit beleidigenden und diskriminierenden Parolen beschmiert. 
  • Darüber hinaus fand permanent psychische Gewalt statt. die dazu geführt hat, dass sich ein Aktivist aus der Initiative, der in der Vergangenheit unter Mobbing gelitten hat, aus dem Projekt zurückziehen musste, da es zu einer Retraumatisierung durch das Verhalten von Person A kam. 
  • Vor der Tür eines Bewohners wurde ein Sarg aufgestellt. 
  • Hinzu kam das Verbreiten von Falschinformationen, was zu Misstrauen untereinander und Verunsicherung von Bewohner*innen geführt hat.
  • Darüber hinaus beteiligte sie sich an einer Unterschriftenliste, welche den Wiedereinzug eines mehrfach bestätigten Vergewaltigers einforderte, über dessen Hausverbot zuvor das Hausplenum entschieden hatte. 

Dieses Handlungen haben dazu geführt, dass mehrere Personen aus der Initiative sich nicht mehr in der Lage fühlen sich beteiligen zu können und Bewohner*innen sich in ihrem Zuhause nicht mehr wohlfühlen und zeitweise woanders unterkommen mussten.

Das Verhalten von A kostet so viele Kräfte, dass sich die seit längerer Zeit im Haus lebenden Mieter*innen und Mitglieder der Initiative kaum noch in der Lage sehen den Kampf gegen den Abriss und den dauerhaften Erhalt von Wohnungen für alle momentan im Haus lebenden Menschen zu unterstützen.

Wir als Initiative möchten auch selbstkritisch auf diese Auseinandersetzung schauen und unser eigenes Verhalten darin reflektieren. Sicher haben auch wir Fehler gemacht, da wir auf einige Problemlagen oder Konflikte in der Habersaathstraße nicht vorbereitet waren. Wir versuchen aus diesen Fehlern zu lernen und unser Verhalten weiter zu reflektieren. Gleichzeitig ist für uns an dieser Stelle ein Punkt erreicht, wo wir keinen anderen Weg als einen Auszug sehen um ein friedliches Wohnen für alle zu ermöglichen.

Das Verhalten von Person A spaltet das Projekt welches gerade jetzt einen starken kollektiven Zusammenhalt braucht um gegen die Räumung und den Abriss zu kämpfen. Durch ihr Verhalten gefährdet sie das gesamte Projekt und die Gesundheit von uns allen!

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